Wenn du LEBENszeit verschwenden willst, tu es bewusst. Und mit Leidenschaft (am besten ohne Leiden zu schaffen). Und lass sie dir nicht von irgendwelchen Unternehmen stehlen, die sich sowieso nicht für dich interessieren!

22.08.2025

07:10 Uhr – Ich verlasse für meine Verhältnisse arg früh das Haus und sage zu meiner Liebsten „Bis später… ich denke, ich bin irgendwann am Nachmittag zurück. Ich melde mich.“

07:15 Uhr – Ich steige ins Auto und fahre zum Kardiologen.

Ich habe heute eine Herzkatheter-Untersuchung, da ich nun seit fast 5 Monaten immer wieder kaum gehen kann, ständig Pausen brauche. Keiner weiß, was los ist. Alle bisherigen Untersuchungen und Maßnahmen sind teils sehr gegensätzlich. Nach einer Chiropraktorinnen-Behandlung war längeres Gehen plötzlich kein Problem mehr. Im Fitnessstudio stemme ich immer noch ordentliche Gewichte. Nur Laufband… da ist nach einer Minute fini.

07:25 Uhr – Ich komme beim Kardiologen an und erste Leute stehen bereits wartend vor dem Eingang. Offen gestanden: Ich hasse Arzttermine. Nicht aus Angst, aber die meisten Menschen, denen ich dort begegne, sind nicht mein liebstes Umfeld. Keine schöne Energie.

07:31 Uhr – Ich mache ein Foto von der Schlange am Eingang und schicke es meiner Liebsten. Es ist immer wieder erstaunlich wie penetrant manche Menschen an Eingängen „warten“ können.

07:58 Uhr – Die Tür wird geöffnet. Wir dürfen rein.

08:20 Uhr – Ich werde aufgerufen und schließe meine Sachen ein. Etwas Hin und Her.

08:32 Uhr – Ich liege auf dem Tisch. Die Herzkatheter-Untersuchung beginnt.

08:38 Uhr – Der Arzt guckt mich ernst und leicht erschreckt an und sagt „Wir rufen jetzt den Rettungswagen. Sie werden heute noch am Herzen operiert. Ihr Leben wird ab heute ein anderes sein! Möchten Sie jemanden anrufen?“

Er erzählt mir, was er gesehen hat: 3 von 4 Herzkranzgefäßen sind dicht. Eine läuft nur noch auf 5%. Eigentlich ein Wunder, dass ich nicht tot daliege. Er sagt beiläufig irgendwas von 3 Herzinfarkten. Ob das eine das andere bedingt, weiß ich bis heute nicht. Ich weiß nur, ich bin gerade nicht einmal regulär krankenversichert, weil die letzten Jahre ein großer Umbruch waren und ich aktuell drei Krankenversicherungsbeiträge offen habe.

08:42 Uhr – Ich rufe meine Liebste an und sage ihr, dass ich jetzt ins Krankenhaus und heute wohl nicht am Nachmittag – wie versprochen – nach Hause komme.

08:52 Uhr – Der Rettungswagen ist da. Drei Leute, mit einer Trage. Mir wird verboten auch nur einen Meter zu gehen. Ich versuche den Leuten zu erklären, dass ich grad mit dem Auto hergefahren bin und seit Wochen gehe. Nicht ideal, aber geht schon. Aber ich darf nicht. Aufgrund meines Gewichtes (ca. 117kg) holen sie einen Transportstuhl und hieven mich zu dritt wackelig die Eingangstreppe herunter. Und ich dachte mir immer noch. Gehen wäre jetzt bedeutend sicherer, als dass wir hier allesamt auf Fre*** fliegen.

09:05 Uhr – Wir fahren los. Mit Blaulicht… die Straßen entlang, die ich sehr häufig fahre. Nur nicht im Rettungswagen.

09:15 Uhr – Wir kommen in der Notaufnahme an.

Gott sei Dank durch den Rettungswagen-Haupteingang. Den „normalen Weg“ in die Notaufnahme kann ich euch nicht empfehlen. Den habe ich am 08.12.2025 für eine „Untersuchung“ aufgedrückt bekommen. Es war die Hölle auf Erden… und definitiv nicht gesundheitsfördernd.

09:35 Uhr – Ich bin durch die erste Aufnahme durch und parke im Krankenbett irgendwo auf dem Gang. Immerhin mit Blick nach draußen.

Fröhlich gelaunte Ärzte kommen auf mich zu und begrüßen mich, als wäre eine Party im Gange. Einer beschrieb mir sehr menschlich, was heute alles passieren wird. Ein Anästhesist erläuterte mir, wie was rund um die OP ablaufen wird. Zum Beispiel, dass ich an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werde und ich möglicherweise beim Aufwachen einen langen Tubus im Hals stecken habe, den aber unter keinen Umständen herausreißen darf…

Sie beschrieben mir auch, dass meine Brust aufgesägt wird… aber davon würde ich ja nichts mitbekommen. Wie beruhigend.

Nebenbei wurde ich von einer Arzthelferin an Brust, Armen und Beinen rasiert.

Meine größte Angst war gar nicht einmal, dass ich sterbe. Schließlich wären dann 20 Jahre finanzieller Dauerstress vorbei. Und das, was ich diesbezüglich auf mich zukommen sah, ebenfalls.

10:51 Uhr – Meine größte Angst war das, was mir jetzt bevorstand. Ich bekam Traum, um meine Liebste anzurufen.

Um mich zu verabschieden. Um Lebewohl zu sagen.

Wir waren jetzt knapp 4 ½ Jahre zusammen und soviel gesundheitliche Hölle ich in der Zeit erleben musste, so sehr wie mir mein Leben bis 2019 fehlte und so sehr ich das Tanzen vermisste… so hatte ich einfach so wundervolle Jahre mit ihr verbracht. Mit meiner Kati! ❤

Mein Lieblingsmensch. Mein Ein und Alles. Okay, wir kommen auch problemlos ohneeinander klar. Aber wenn ich es mir aussuchen kann, dann definitiv lieber mit ihr!

Auch wenn mir die Ärzte erzählt haben, dass dieser Eingriff – so heftig er auch ist – inzwischen eine völlige Routine sei, gab es natürlich keinerlei Gewissheit, dass mein Körper dabei nicht „Feierabend“ sagt.

Und so habe ich Kati versucht alles Mögliche noch zu sagen, ihr danke zu sagen, für all die wundervollen Sekunden… für alle Unterstützung… ihre Hilfe, Ihre Liebe, unser Miteinander. 05:49 Min ging das Gespräch. Um 11:01 Uhr habe ich noch drei Fotos von mir geschickt.

Ab da verwischt sich meine Erinnerung.

Ich wurde Richtung OP gefahren und es haben sich viele unglaublich einfühlsame Menschen um mich gekümmert.

Irgendwann begann die Narkose, und ich schlief ein.

13:05 Uhr – Die OP an meinem Herzen beginnt.

17:30 Uhr – Die OP ist erfolgreich abgeschlossen und ich komme auf die Intensivstation.

18:44 Uhr – Kati ruft im Krankenhaus an und erfährt, dass alles gut gelaufen ist.

22:10 Iuhr – Ich wache aus der Narkose auf. Gott sei Dank kein Tubus mehr in mir drin. Ich bin ziemlich matschig, aber scheinbar am Leben!

Yeah und fuck zugleich… Ich darf weiterleben! Das ist echt wundervoll. Die Schei**, die jetzt auf mich zukommt, wird ein harter Brocken.

Und da habe ich nur vorausgesehen, was höchstwahrscheinlich alles passieren wird. Wie pervers die Konsequenzen sein werden, habe ich trotz aller Phantasie noch nicht erahnen können.

Aber viel mehr als das Jetzt ist grad sowieso nicht drin. Mein Hirn ist ziemlicher Brei.

22:28 Uhr – Eine Schwester ruft Kati an und gibt mir das Telefon. Ich fasele, wie so oft, irgendein Zeug. Kati versteht mich immerhin zur Hälfte. Die Hauptsache: Ich lebe! Aber daran hatte Kati sowieso keine Zweifel. Mein ewiger Sonnenschein.

Danke an die Schulmedizin für ihre unglaubliche Entwicklung in der Notfallmedizin!

Es folgten 10 Tage im Krankenhaus. Danach 26 Tage nahezu sinnfreie Reha in Bad Lauterberg.

 

Wie heftig die nächsten Monate werden würden…

kumuliert über 9 Monate Einkommens-Ausfall… über 20.000 € fehlen zusätzlich… negativer Schufa-Eintrag, Bankstress, Rückbuchungen, Kündigungs-Androhungen, Mahnungen, Auto weg, keine Krankenversicherung, Pfändungen, zeitweilige Selbstmordwünsche…

Meine Kommunikationsfähigkeit und Arbeit an innerer Ruhe hat sicherlich viel Stress abgewendet. Aber bei weitem nicht alles… Ist halt blöd, wenn du u.a. wegen Stress auf dem OP-Tisch gelegen hast und dann erst recht Dauerstress in der Konsequenz folgt.

Daher habe ich in den letzten Monaten viel über Gesundheit, Herz-Gesundheit und körperliche Abläufe gelesen, mir angeeignet und ausprobiert.

Und auch dadurch ist mir noch viel verständlicher klar geworden, wie unglaublich destruktiv die ausführende Schulmedizin leider in Sachen Gesundheit ist… Aber das ist nun ein anderes Thema und habe ich auch teilweise schon beschrieben, zum Beispiel in Ich lebe noch – WIRKLICH! und Ein echter Neustart – alles heile, und doch viel kaputt
Viele wollen sicher, dürfen aber nicht.

Von echter Heilung hat sie jedenfalls leider so gar keine Ahnung. Leider. Dabei könnten die unterschiedlichen medizinischen Felder und Betrachtungen einander so genial ergänzen…

 

So oder so kann ich heute dadurch einen dritten Geburtstag im Jahr feiern. Heute ist dieser mein Erster!

Und Aufgeben war für mich sowieso noch nie eine Option.

Scheinbar soll ich noch LEBENszeit haben…