Vielleicht klingt es wie eine Fortsetzung meines Bloggens, aber es ist tatsächlich so gemeint, wie es da steht: Ich lebe noch!
2025 war für mich ein extrem herausforderndes Jahr, dass es auf fast allen Ebenen in sich hatte. Es begann damit, dass Kati und ich uns für eine „Weiterbildung“ entschlossen haben (schon in 2024), die von einem deutschland- oder gar europaweit anerkannten „Trainer-Gott“ angeboten wurde, und sich für uns als eine absolute Fehlinvestition herausgestellt hat.
Brillanter Verkauf – am Rande der Legalität
Ständige Business-Tipps am Rande oder gar außerhalb der Legalität, gepaart mit Rhetorik vom Feinsten und gemalten Bildern, die – nicht für alle, aber leider für viele (fleißige) Menschen – einfach nicht zur Realität passen. Vor allem nicht für Kleinstunternehmer/innen. Dazu kam aber auch viel Zeitverschwendung für Kleinigkeiten, die du eigentlich in Minuten mit Youtube für lau herausfinden kannst.
„Individuelle“ Massen-Persönlichkeitsentwicklung-Positionierungs-Arbeit par excellence, nur leider im negativen Sinne… Fake-Inhalte, Fake-Interviews, Fake-Bilder, Fake-… Fotos, die wir mit KI besser und vor allem günstiger hinbekommen hätten. Nicht weil der Fotograf schlecht gewesen wäre, sondern aufgrund des gesamten Aufbaus und Ablaufes. Da das Ganze – wie von rund 30 anderen Parteien auch (aus unserer Runde) – aktuell bei Anwälten liegt, werde ich hier keine Namen oder Details nennen.
4 Monate Symptome, ich konnte kaum laufen
Während dieser Zeit kamen bei mir im April Symptome auf, die in der Theorie für manchen eindeutig klingen mögen, in der Praxis aber schwer einzuordnen waren. Teilweise konnte ich keine 5 Minuten mehr geradeaus laufen. Heftige Schmerzen in den Unterarmen, etwas leichterer Druck auf der Brust, Schmerzen im Hals bis zum Unterkiefer hoch. Aber immer komplett beidseitig und immer alles zusammen. Und mit Hilfe einer Chiropraktorin waren manche Symptome sogar plötzlich ganz weg.
Der Arzt, der schließlich die Ursache fand, war fachlich sehr gut, hat mich aber auch wieder einen Monat Zeit gekostet, weil er bei der Voruntersuchung zur Herzkatheteruntersuchung nicht imstande war mir verständlich zu machen, was er warum ahnt. Fachlich toll, menschlich für die Katz.
Von der Herzkatheteruntersuchung direkt…
ins Krankenhaus zur Notfall-Herz-OP ging es dann am 22.08.2025. Einem Freitag. Die Untersuchung dauerte grob 5 Minuten und er erklärte mir, dass mein Leben ab sofort nicht mehr das sein wird, das ich kenne. Und er rief den Rettungswagen. Mit Blaulicht i m Krankenhaus angekommen, dauerte es noch rund 3,5 Stunden bis zur OP, in denen ich Gespräche mit Chirurgen und Anästhesisten führte, rasiert wurde und mich darauf einstellen konnte, dass die nächsten Monate ungeplant heftig für mich werden werden!
Doch das Heftigste war für mich das letzte Telefonat, das ich führen konnte. Das Schlimmste, was ich je erlebt habe. Um 10:50 Uhr rief ich meine Liebste an, um mich vorsorglich von ihr zu verabschieden und ihr zu danken! Für die schönste Zeit, die ich mit einem Menschen bislang hatte. Schließlich wusste niemand, ob ich den nächsten Tag überhaupt erleben würde. Kati hatte eine Ruhe und eine Kraft, die ich bis heute kaum nachvollziehen kann. Ein Urvertrauen sondergleichen.
Geflügelschnitt mit 5 Bypässen
Ich wusste, ich würde meinen Körper nie wieder so sehen, wie er gerade noch aussah. Doch es war nebensächlich. Denn finanziell ging es mir vorher schon nicht gut, durch all die Ausfälle der letzten Monate und Jahre… und mit mehreren Monaten Verdienstausfall wusste ich in dem Moment, dass mir auch unabhängig meiner Gesundheit eine heftige Zeit bevorstand.
Drei meiner 4 Herzkranzgefäße waren komplett dicht, eines lief noch auf 5%. Insgesamt wurden es in einer 4,5stündigen Operation, die ich zu guten Teilen an der Herz-Lungen-Maschine verbracht habe, 5 Bypässe, deren „Material“ aus meinem linken Unterarm und linken Unterschenkel entnommen wurden. Fremdes Blut wurde Gott sei Dank nicht gegeben, was ich auch nicht gewollt hätte.
10 Tage Krankenhaus und 26 Tage Reha folgten.
Im Krankenhaus hatte ich zum allergrößten Teil sehr nette Begegnungen, auch wenn ich allein aus diesen paar Tagen ein ganzes Buch über die Dummheit unseres Kranken(kassen)-Systems hätte schreiben können. Die darauf folgende Reha ist ebenfalls voll von netten Menschen, aber genauso dämlich und fernab jedes echten Gesundheitsziels, dass mir dazu eigentlich die Worte fehlen. Ob unternehmerisch und gesundheitlich ist in diesen beiden Anlagen trotz aller Modernität so viel Luft nach oben, dass es eigentlich offensichtlich sein müsste. Wobei in beiden Umgebungen, die Menschen, die die Dinge entscheiden, SO GAR NICHT dort sind, wo die Entscheidungen umgesetzt werden (müssen).
Kati, mein Engel
Sie hat sich zwischendurch sogar 8 Tage Zeit genommen und ihre Kurse von einer Ferienwohnung um die Ecke meiner Rehaklinik gegeben. Soweit es mein Programm zuließ, hat sie sich unglaublich viel Zeit für mich genommen und eine Ruhe mit meinen Herausforderungen bewiesen… auch hier fehlen mir einfach die Worte, wieviel Kraft mir dieser Mensch geschenkt hat.
Es folgte lange Genesungszeit.
Am 26.09.2025 kam ich am späten Vormittag dann endlich wieder zuhause an, nachdem ich 5 Wochen zuvor morgens um 7:10 Uhr das Haus verlassen habe und sagte „bis später, vermutlich heute Nachmittag“. Inzwischen waren rund 30 Briefe angekommen. Mahnungen, Drohungen… Kosten, Gebühren. Und absolut NULL Einkünfte. Auch wenn Kati derweil nahezu alle Post geöffnet und mich informiert hatte, konnte ich mich während der Reha nur sehr bedingt darum kümmern. Mein Kopf war auch aufgrund andauerndem Reizhusten (4 Ärzte und mehrere Physios in 5 Wochen haben nicht hinbekommen, was meine Physiotherapeutin dann in ZWEI kurzen Sitzungen erledigt hat!) oft so platt, dass ich nicht einmal imstande war 30 Minuten Video zur Unterhaltung zu schauen.
Im Oktober fiel ich noch nahezu vollständig aus, im November und Dezember ging es zwar bergauf, aber die finanziellen Lasten (milde gerechnet rund 15.000 €, die Kati nicht abfangen konnte) haben mich mental arg in Mitleidenschaft gezogen. Zwischenzeitlich war ich innerlich an Punkten, an denen ich mir gewünscht habe, ich wäre bei der OP verreckt. Einige Institutionen unterstützen mich mit einem langen Entgegenkommen – wofür ich extrem dankbar bin – und andere, wie z.B. die BLSK oder Consors Finanz, die treten noch einmal am Boden liegend ins Gesicht.
Seit Januar geht es wieder deutlicher bergauf.
Der Januar war jetzt tatsächlich trotz einiger Herausforderungen (wie z.B. die der BLSK) trotzdem ein großer Lichtblick. Ich kann endlich wieder mehr und konzentrierter arbeiten. Ich kann Sport nicht nur wieder sachte machen, sondern wirklich „sporteln“. Und ich kann wieder schwimmen, ohne dass es sich komisch anfühlt.
Aktuell bereite ich nochmal einen kleinen Wandel meiner eigenen Außenwirkung und die Umsetzung meines Gastro-Konzeptes vor, das ich letztes Jahr im Sommer kurz vor der OP noch entwickelt hatte. Ich bin gespannt, wo es hinführt.
Demnächst auch wieder neue Podcast-Folgen
Für meinen KommunikaWAS-Podcast hatte ich im November zwei Folgen aufgenommen, die ich dann aber doch nicht veröffentlicht habe. Da steckte zuviel Negatives über unser Krankheitssystem drin, und mein Ziel ist es ja mit diesem Podcast positive Gedanken und Veränderungen anzustoßen.
Tja… was soll ich sagen!? Ich lebe noch! 🙂



Hallo Patrick,
ich wünsche Dir nur das Beste, weiterhin gute Genesung und…
… Ich bin froh, dass Du noch lebst!!
Liebe Grüße!!
Stefan Boos
Toll, dass Du so eine tolle Frau hast
Hey Stefan,
vielen lieben Dank für deine Wünsche! Das meiste habe ich ja schon hinter mir, aber es darf auch noch weiter vorangehen!
LG Patrick